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Pfft! Ich doch nicht…und wenn erst später!
30. Juli 2015|Ich schreibe dir...

Pfft! Ich doch nicht…und wenn erst später!

Pfft! Ich doch nicht…und wenn erst später!

Wie ich mich mit dem Thema Krebs beschäftigte… oder auch nicht. Pfft!

Vorstufe von Krebs? Verdrängt, vergessen…

Schon vor ewigen Jahren hatte ich hin und wieder im Bereich der Gebärmutter Entzündungen, quasi Zellveränderungen. Ständig hatte ich Huddeleien, die mir ziemlich auf den Keks gingen. Mein Gyn sprach das erste Mal von Krebs. Er sagte es aber in dem Zusammenhang, dass es »noch« kein Krebs ist.

Damals war ich total schockiert: Entzündung, Zellveränderung – eine Vorstufe von Krebs? Na prima! Das hatte zur Folge, dass ich davon träumte, später einmal an Gebärmutter(hals)krebs zu erkranken. Jetzt aber nicht! Verdrängt, Vergessen, weiter geht’s…

Krebs in der Familie? Will ich nicht wissen!

Als dann meine Mutter Ende 2009 mit 50 Jahren an Brustkrebs erkrankt ist, ist die ganze Geschichte ebenfalls einfach so an mir vorbei gegangen. Naja… Das lag daran, dass wir leider zu diesem Zeitpunkt sehr wenig Kontakt hatten.

Im Nachhinein, wenn auch irgendwie schade, dass ich nicht für meine Mutter da gewesen bin, kann ich an diese ganze Thematik jetzt irgendwie naiver rangehen und bin nicht so emotional vorbelastet.

Informationen, Befunde und Artikel via Post gingen mir also so ziemlich am Arsch vorbei. Großmutter, mit 65 Jahren an Ovarialkrebs erkrankt, später Metastasen im Hirn, gestorben mit 71 Jahren. Ur-Großmutter, erkrankt an Pankreaskrebs, gestorben mit 50 Jahren.

Die sanfte Nachfrage meiner Mutter, ob ich also einen Genetik-Test machen will, habe ich bestens ignoriert. Und außerdem, so dachte ich: Krebs? Pffft! Ich doch nicht… und wenn erst später!

An irgendwas muss ich ja sterben.

Dann bekomme ich halt Krebs mit 50 Jahren. Mit meiner makabren, vielen vor den unverständlichen Kopf stoßenden, Einstellung: „An irgendwas muss ich ja sterben“, bin ich für mich allerdings bisher ganz gut gefahren.

Was nicht heißt, dass ich keinen tief innewohnenden Respekt vor ernsthaften Erkrankungen und vor allem vor dem Tod habe. Aber irgendwie muss ich mich ja eines intellektuellen Abwehrmechanismus bedienen, um nicht das ganze Leben zu Tode betrübt durch die Gegend zu streifen. Sonst kann man gleich einpacken!

Was wäre, wenn…

Natürlich klebte in meinem kleinen Hinterstübchen stets der Post-It: Mal bei der Krebsgesellschaft beraten lassen, wie ich mit dem Thema Krebs umgehen soll – was das beste Vorgehen wäre, ohne sich verrückt zu machen. Habe ich natürlich nicht gemacht. Und im Grunde ist alles gut so wie es ist!

Denn heute frage ich mich, was wäre, wenn ich mit 30 Jahren gewusst hätte, dass ich ein erhöhtes Brustkrebs-Risiko habe und mir empfohlen worden wäre: Eierstöcke raus und Möpse neu? Damals hätte mich das total umgehauen, ich hatte zu dieser Zeit diverse andere Probleme zu bewältigen… Halleluja! Wobei… man weiß es nicht. Hätte, wäre, könnte…

2013 war ich dann doch endlich soweit: Ich legte sehr kleinlaut die Befunde meiner Familie mütterlicherseits – nach ständiger Erinnerung seitens meiner Mutter – meinem Gyn vor, um endlich Ruhe davor zu haben. Daraufhin wurde lediglich beschlossen diesbzgl. eine Brustkrebs-Krebsvorsorge mit Sonographie usw. ab 2014 zu starten. Abgehakt! Et acta gelegt! Phu!

Aber zuerst kam der Schmerzteufel: Endometriose

Bevor ich mit der Brustkrebs-Früherkennung anfangen konnte, wurde mir Anfang 2014 erst einmal die verdammte Endometriose diagnostiziert. Mit Schmerzen, Schrecken, Not-OP und allen Pipapo verbuchte ich das als einen herben Schlag…

Was die Diagnose Endometriose für mich bedeutet, kannst du im Exkurs „Schmerzteufel: Endometriose“ lesen.

Viel wichtiger für mich ist es, mein Leben zu genießen

Nach und nach begriff ich, dass ich mit einer bestimmten gelassenen Einstellung zu den Dingen viel zu einer guten Laune und demnach auch zu einem genussvollen Leben beitragen kann. Denn viel wichtiger ist für mich, mein Leben an sich auf die Reihe zu bekommen und alles dafür zu tun, es IMMER genießen zu können.

Mein Arbeitsleben habe ich zufriedenstellend bis aufs Optimalste auf meine Bedürfnisse angepasst. Ambulant betreutes Wohnen für psychisch gesundende Menschen: Bekloppte für Bekloppte, in Teilzeit, besser geht’s gar nicht. Und mit weniger Geld auf dem Konto, kann man auch gut leben… Tschaka!

Auch Sport in Form von Yoga und Pilates habe ich nicht nur mürrisch in meinen Wochenplan integriert, sondern bin schlichtweg der Sucht verfallen. Herrlich… Endorphine über Endorphine bis zum Abwinken. Zeit für Feierabend, Sport, Latte Macchiato, Freunde, Limo, Fahrrad fahren, kochen, frühstücken, … ohne Ende!

Und jetzt erst einmal reisen…

Jetzt galt es auch das Liebesleben soweit zu bearbeiten, dass ich mich nicht deshalb noch mit einen Herzinfarkt vom ach so süßen Leben verabschieden muss. Und das hieß für mich Ende 2014: Aus! Schluss! Ich begebe mich jetzt nicht mehr so schnell in die Arme gutaussehender und echt liebevoller Liebhaber, mit diversen ICD-10-Diagnosen im Gepäck… Männer!

Ich bin dann mal weg: habe ich mir gesagt und das ganze gesparte Monetengeld durch meine Jobs im Nebenverdienst als Fotografin via Ulrikismus – Fotografie & Co. in Augenschein genommen. 2015 heißt Reisen! Für den Anfang hatte ich vorerst Zürich und Sevilla gebucht, es kann losgehen…

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Hi, ich bin Ulrike...

...erst war da die Diagnose: Brustkrebs! Ich nenne es mit etwas Galgenhumor: Mopstollwut!

Das Lachen bleibt. Es ist die beste Medizin. Lach mit mir mit!

Was die Mopstollwut mit mir macht und ich mit ihr... Das könnt ihr in meinem Blog lesen!